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Wie ich zu einer Überzeugung vom Dasein Gottes kam
und wie diese Überzeugung in mir gewachsen ist

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

Als unsere vier Kinder klein waren verbrachten wir einen Sommer auf einer Almhütte in der Steiermark. Eines Nachts lag ich auf einer Wiese vor dem Haus und schaute in den Himmel in seiner Pracht und Unermesslichkeit. Es kamen mir die Worte Immanuel Kants in den Sinn: „Zweierlei erfüllt mich mit Ehrfurcht und Staunen, das Sittengesetz in mir und die leuchtenden Sterne über mir“. Doch angesichts der Unermesslichkeit des Himmels über mir, 15 Milliarden Lichtjahre bis zur Grenze des uns heute bekannten Universums, fragte ich mich, wie nur der Gott des Himmels meine Gebete erhören kann. Ähnliche Gefühle muss der Psalmist gehabt haben: “wenn ich sehe den Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8: 4-5) Und das ist das Wunder, dass Gott, trotz “Welten ohne Zahl“, uns kennt, jeden einzelnen persönlich, und uns liebt. Wenn wir in die Atome unseres Körpers (10 hoch 28) hineinsehen und vordringen könnten, in die Atome mit Atomkern, Elektronen, Protonen und Neutronen, Quark und Strings, dann würde uns dieselbe Unermesslichkeit mit Ehrfurcht und Staunen erfüllen und Zeugnis davon geben, dass der Mensch in der Mitte dieser Welten steht, dass die ganze Schöpfung auf ihn hin gerichtet ist. “Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan.“ (Psalm 8:6-7)

Hitler in Wien – das Grauen des 2. Weltkrieges

Hitler in Wien. Ich war damals drei Jahre alt, aber ich kann mich noch erinnern wie Hitler, in seinem offenen VW stehend, die Hand zum „deutschen Gruß“ erhoben, Richtung Heldenplatz fuhr, um den Eintritt Österreichs in das Deutsche Reich zu verkünden. Er wurde von einer großen Menge begeistert empfangen, aber eine weitaus größere war nicht versammelt. Tags vor dem Einmarsch landete die SS in Wien und verhaftete überfallsartig an die hunderttausend Österreicher, alle diejenigen, die gegen den Einmarsch vielleicht protestiert hätten.

Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die die Folge des „Friedensvertrages“ von Versailles war, verstärkt durch den “Schwarzen Freitag“ an der Wall Street – in dem Haus, in dem meine Eltern wohnten, war mein Vater der einzige, der eine Arbeit hatte – die Angst vor dem Kommunismus, gegen den sich Hitler als Retter aufspielte, die Unterstützung Hitlers durch die Medien, Banken und Großindustrie, und die Uneinigkeit unter den demokratischen Parteien – in Österreich auch die Ausschaltung des Parlaments und der Opposition durch den Bundeskanzler Engelbert Dollfuß – erklärt die Begeisterung vieler Österreicher beim Einmarsch Hitlers. Doch von diesem Tag an war es verboten das Wort Österreich auch nur auszusprechen, widrigenfalls man in ein Konzentrationslager gekommen wäre. Heinrich, der Bruder meines Vaters, der das Familien-Gut in der Tschechoslowakei verwaltete musste einrücken, an die russische Front. Wann immer er während eines Heimaturlaubs meinen Vater besuchte, haben sich die beiden dann nach dem Abendessen

meist zurückgezogen und miteinander geflüstert. Das hat natürlich meine Neugierde geweckt und ich versuchte, so viel wie möglich mitzubekommen von dem, was mein Onkel meinem Vater über den Krieg zu erzählen hatte, es war erschreckend, das öffentlich zu äußern hätte wegen “Wehrkraftzersetzung“ den sicheren Tod bedeutet.

Als die Zeit der Bombenangriffe kam, wurden meine Mutter und ich evakuiert; von Wien nach Tracht im heutigen Tschechien, zur Schwester meiner Mutter, die dort verheiratet war. Als die russische Front näher kam sind wir mit ihr und ihren drei Kindern in Richtung amerikanische Front geflüchtet. In einem von Ochsen gezogenen Planwagen, so wie die Pioniere, mit dem Unterschied, dass unsere Reise im Frühjahr erfolgte, viel kürzer war, nur zweihundertfünfzig Kilometer, und dass wir auf unserer Flucht von amerikanischen Tieffliegern beschossen wurden. Als wir die Tiefflieger kommen und auf die Flüchtlinge, meist nur Frauen und Kinder schießen sahen, warfen wir uns in einen Straßengraben, was uns wahrscheinlich das Leben gerettet hat. Und ich begriff, dass Kriegsverbrechen nicht nur von den Verlierern begangen werden.

Nach dem Krieg haben in Linz meine Mutter und ich in einem bombenbeschädigten Haus gewohnt, in dem die Wand zur Straße hin fehlte. Wir lebten wie auf einer Theaterbühne, bis wir dann schließlich nach Wien zurückgekehrt, zu unserer Freude meinen Vater vorfanden, von dem wir über Monate kein Lebenszeichen hatten.

Österreich war zwar befreit, aber nicht frei. In der Moskauer Deklaration erklärten die vier Außenminister der Großmächte die Besetzung Österreichs durch Deutschland am 13. März 1938 als null und nichtig und sie erklärten, dass nach dem Sieg über Hitler Deutschland ein freies und unabhängiges Österreich wiederhergestellt werden sollte. Aber aus den Verbündeten des 2. Weltkrieges wurden die Gegner des Kalten Krieges, und die Nachbarstaaten wurden kommunistische “Volksdemokratien“: 1947 Ungarn, 1948 die Tschechoslowakei, und im selben Jahr sperrte die sowjetische Besatzungsmacht die Zufahrtswege nach Westberlin, die Teilung Deutschlands begann. Die Gefahr, dass Österreich ein gleiches Schicksal erleiden könnte, war groß. Doch das Wunder geschah, nach vielen Entmutigungen und Rückschlägen, hunderten von Verhandlungen, konnte Leopold Figl, der Außenminister und vormalige erste Bundeskanzler eines demokratischen Österreichs, am 15. Mai 1955 den Österreichern zurufen: “Mit dem Dank an den Allmächtigen haben wir den Vertrag unterzeichnet und mit Freuden verkünden wir heute: Österreich ist frei.“

Auf der Suche nach Wahrheit

Der Staatsvertrag gab Österreich, das von den vier Alliierten besetzt war, seine volle Souveränität und Freiheit wieder. Das war eine Ermutigung für die Ungarn, sich von der kommunistischen Herrschaft zu befreien. Und so kam es im Oktober 1956, ausgehend von Protesten der Studenten, zu dem heroischen Freiheitskampf des ungarischen Volkes, der von den Sowjetpanzern niedergewalzt wurde. Ich war tief davon betroffen, dass niemand diesem Volk in seinem Kampf um die Freiheit beistand, entgegen allen politischen Zusicherungen der West-Propaganda.

So wurde der Ungarische Freiheitskampf für mich zu jenem Schlüsselerlebnis, das mich veranlasste nach Wahrheit zu suchen. Ich begann im Neue Testament zu lesen und wurde von den Worten Jesu Christi, sehr ergriffen. Diese Worte waren für mich neu, denn ich bin ohne irgendwelche Belehrungen über das Evangelium aufgewachsen. Ich habe nie etwas von unserem himmlischen Vater und nur Entstelltes über unseren Erlöser gehört. Und doch hat sich in mir als kleines Kind ein sehr starkes und ausgeprägtes Gefühl vom Dasein eines unsichtbaren, geistigen Wesens entwickelt, das persönlich an mir Anteil nimmt und – wie ein liebender Vater – mich in allem versteht. Dieses Wesen war für mich etwas ganz Reales und eine wirkliche Person, ich habe mich mit ihr in allen meinen kindlichen Sorgen und Nöten besprochen. Allmählich hatte ich dann aber dieses Gefühl, das mich sehr froh gestimmt hat, verloren; und während meiner Universitätszeit habe ich dann nur mehr einen abstrakten Begriff von Gott gehabt – bis dann im Jahr 1958 zwei Missionare an die Türe klopften: “Ich habe eine Botschaft für Sie von Gott.“ Ich lud sie ein hereinzukommen und war überrascht, dass ich das tat, weil ich eigentlich kein Interesse an irgendeiner Kirche oder Religion hatte. Die “Botschaft von Gott“ war die Botschaft der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi durch den Prophet Joseph Smith. Die Missionare erzählten mir viel über Joseph Smith, von der Ersten Vision bis zu seinem Märtyrertod. Dass jemand bereit war für die Wahrheit sein Leben zu geben, statt das der anderen zu fordern, hat mein Herz berührt. Ich habe dann später in Lehre und Bündnisse gelesen, dass der Märtyrertod Joseph Smiths und der seines Bruders Hyrum “ein Botschafter für die Religion Jesu Christ ist, der den ehrlichen Menschen in allen Nationen das Herz anrühren wird.“ (Lehre und Bündnisse 135:7) Es hat mein Herz berührt und es wurde mir klar, dass diese Botschaft der Wiederherstellung entweder die wichtigste Botschaft in unserer Zeit ist – oder eine große Lüge. Um das herausfinden, habe ich das Buch Mormon gelesen, gebetet und durch die Macht des Heiligen Geistes erfahren, dass es keine Erfindung ist und Joseph Smith wirklich der Prophet der im Neuen Testament vorhergesagten Wiederherstellung der Kirche Jesu Christi ist. Ich verspürte große Freude, großen Frieden, ich hatte keine Fragen mehr darüber ob Joseph Smith ein Prophet ist. Und so habe ich mich vor über fünfzig Jahren, am 30. November 1958, der Kirche angeschlossen.

Gott ist ein erhöhter Mensch

Die Wahrheit dieser Botschaft wurde in diesen mehr als fünfzig Jahren durch viele Erlebnisse, Zeichen und Wunder in meinem Leben bestätigt. Und meine Kenntnis vom Wesen Gottes wuchs. Wie dankbar war ich für den Prophet Joseph Smith und jenem großen Erlebnis, das er hatte, als er sich zurückzog, um zum ersten Mal laut zu beten. In dem Bericht in der Köstlichen Perle heißt es: „Als das Licht auf mir ruhte sah ich zwei Gestalten von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen, eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, auf die andere deutend: ‚Dies ist mein geliebter Sohn, Ihn höre.“ Nach all den unbegreiflichen Vorstellungen von Gott in der damaligen Zeit, wusste der junge Joseph Smith, als er zu seiner Mutter zurückkehrte, mehr über das Wesen Gottes und über die Göttlichkeit Jesu Christi, als alle die darüber ihre uninspirierten Meinungen kundtaten. Er hatte persönlich erfahren, dass “Gott ist ein erhöhter Mensch; er thront in den Himmeln, und wenn der Schleier heute zerrisse und der große Gott, der diese Welt in ihrer Bahn hält, der alle Welten und überhaupt alles durch Seine Macht aufrechterhält, sich dem Auge sichtbar machen würde – ja, wenn ihr Ihn heute sehen könntet, so würdet ihr Ihn in menschlicher Gestalt erblicken: in Person und Erscheinung und auch in der Gestalt einem Menschen ähnlich, so wie ihr“ (Joseph Smith, King Follet Ansprache).

Ich habe erfahren, dass der Glaube an Gott der Seele Frieden bringt, dass das Bewusstsein, ein Kind Gottes zu sein, uns Selbstachtung verleiht, eine Voraussetzung, um in schwierigen Zeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen, dass der Glaube an Gott uns hilft, „Schwierigkeiten mit Mut, Enttäuschungen mit Frohsinn und Erfolge mit Demut hinzunehmen“ (Thomas S. Monson, gegenwärtiger Präsident der Kirche).

Ich habe erfahren, dass das Sühnopfer Jesu Christi, dieser unser menschliches Vorstellungsvermögen übersteigende Ausdruck der Liebe das Herz berührt und den Lauf der Welt verändert.

Ja, ich habe in meinem Leben erfahren, dass „Glücklich der Mensch, der wahrhaftig die erhebende, wandelnde Kraft verspürt hat, die der Nähe zum Erretter entspringt. Was Sie aufrichtigen Herzens von Christus halten, bestimmt in hohem Maß, wer Sie sind und was Sie tun. Niemand kann dieses göttliche Wesen studieren und seine Lehren annehmen, ohne sich eines erhebenden, läuternden Einflusses in sich selbst bewusst zu werden“ (David O McKay, Präsident der Kirche, als ich mich der Kirche anschloss).

Die Bedeutung des Wiener Burgtheaters in meinem Leben

Von der einstigen Welt des Habsburgerreiches, das so groß war, dass darin die Sonne nicht unterging, blieb lediglich der Welt-Theater Spielplan des Wiener Burgtheaters. 1976 feierte das Burgtheater – wie die Vereinigten Staaten von Amerika – sein 200-jähriges Bestehen. Joseph II., der Gründer, war ein Sohn der Aufklärung und sah im Burgtheater eine Schule der Erziehung für die vielsprachigen Völker des Habsburgerreiches. Die Menschen, die aus Völkern kamen, die mental aus verschiedenen Jahrhunderten, ja Jahrtausenden stammten, aus allen Religionen Europas, sollten durch das Spiel auf der Bühne dazu eingeladen werden, sich auf der Bühne des Lebens zu verständigen: In einer gemeinsamen Sprache der Menschlichkeit. Das Wiener Burgtheater wurde so zu dem wohl bedeutendsten Theater dramatischer Weltliteratur, mit dem größten an ein Theater verpflichteten Ensemble von über 150 Schauspielern und einem jederzeit abrufbaren Repertoire von 20-30 Produktionen.

Für viele große Österreicher, so wie auch für den in Wien geborenen Teddy Kollek, den ersten Bürgermeister eines vereinten Jerusalems, wurde das Burgtheater zu einer Stätte der Erziehung und Aufklärung, ein Ort der Wahrheitsfindung, an der man trachtete den guten Instinkten der Menschen voranzugehen und nicht seine schlechten zu befriedigen. Richard Graf Coudenhove-Kalergi, der Begründer der Pan-Europa-Idee, schreibt in seinen Lebenserinnerungen: „Oft wurden wir in das Burgtheater zu den Klassikervorstellungen geschickt. Die pädagogische Wirkung war ausgezeichnet. Keine Moralpredigt kann auf ein junges Gemüt einen ähnlich starken Einfluss ausüben wie ein klassisches Drama, das im höchsten Sinne des Wortes moralisch ist. Denn es schildert den Kampf der höher gearteten Menschen, des Helden, mit Schicksal und Umwelt und weckt die Sehnsucht, lieber in Ehren zu sterben, als in Gemeinheit zu leben.“ So verbrachte auch ich, von Kindheit an, viele Stunden auf den Stehplätzen des Wiener Burgtheaters, Und ich kann sagen, dass die große klassische Theaterliteratur, in ihren vollendeten Vorstellungen am Burgtheater, mich auf die Botschaft des Evangeliums vorbereitet hat.

Gott, der Regisseur meines Lebens

Der ungarische Freiheitskampf wurde, wie berichtet, zu dem Schlüsselerlebnis, das mein ganzes Leben verändern sollte. Von dem Zeitpunkt an begann ich bewusst nach Wahrheit zu suchen. Ich gab das Architekturstudium auf und begann an der philosophischen Fakultät der Wiener Universität Theaterwissenschaften, Literatur und Kunstgeschichte zu studieren, ein – heute verständlicher – Schock für meine Eltern. Um mein Studium zu finanzieren, arbeitete ich in einem Architekturbüro und absolvierte mein Studium in der kürzest möglichen Zeit.

Ich begann dann an einer Dissertation über Heinz Hilpert zu arbeiten, dem Nachfolger von Max Reinhardt am Deutschen Theater Berlin und Wien. Auf meine Anfrage hin wurde ich eingeladen, an zwei seiner Inszenierungen am Deutschen Theater in Göttingen als Volontär dabei zu sein. Am Tag bevor die Proben begannen erkrankte ich: eitrige Angina mit hohem Fieber. Der Zweigpräsident, den ich aufsuchte und um einen Krankensegen bat, erklärte, er könne das ohne einen zweiten Priestertumsträger nicht tun. Ich war damals ein junges Mitglied der Kirche und habe mir gedacht, wenn ich ihm sage, dass er mir auch den Segen allein geben kann, macht er es doch ohne Glauben, deshalb ist es sicher besser, ich gehe wieder und vertraue auf den Herrn. Als ich aus dem Haustor ging, sah ich zwei Missionare auf ihren Rädern auf der Straße auf mich zukommen. Ich sprang auf die Straße: “Ich brauche einen Krankensegen“. Sie haben mir dann auf den Stufen des Hauses, aus dem ich gerade kam, einen Segen gegeben. Am nächsten Tag war ich gesund. Und nahm an den Proben teil.

Zu dieser Zeit vollendete Carl Zuckmayer, ein berühmter deutscher Dramatiker, der auch den „Hauptmann von Köpenick“ geschrieben hat, ein neues Stück über die Nachkriegszeit mit dem symbolischen Titel “Die Uhr schlägt eins“. Das Wiener Burgtheater wollte unbedingt die Uraufführung haben und Zuckmayer wollte Heinz Hilpert, bei dem ich gerade volontierte, als Regisseur dieser Uraufführung. Dann war es irgendwie naheliegend, dass er mich als seinen Regieassistent ans Burgtheater mitnahm. Und dort blieb ich dann. Ein Viertel Jahrhundert. Zunächst als Regieassistent, dann als Vertrauensmann des Ensembles in der Direktion und dann viele Jahre als Generalsekretär (Secretary General) des Burgtheaters, mit dem Aufgabengebiet: Betreuung des Ensembles des Burgtheaters und die künstlerische Planung von rund zweihundert Dramen, des klassischen, des zeitgenössischen und des österreichischen Theaters.

Ein viertel Jahrhundert meines beruflichen Lebens an diesem Theater zu verbringen, war die Erfüllung eines Traumes, doch der Niedergang dieses Theaters, der zu meinem Weggang führte, wurde zu dem Alptraum meines Lebens.

“Junge Männer sollen Gesichte sehen“

Als Ezra Taft Benson über Europa präsidierte, kam es im Jahr 1965 zu “Freud Echo“, der ersten großen Junge Erwachsenen Konferenz in Frankfurt mit dem Motto“Junge Männer sollen Gesichte sehen“. Ich h a b e dort ein Gesicht gesehen und es dann ein halbes Jahr später geheiratet: Ursula Tischhauser aus Esslingen, Sparkassenangestellte und Pfahlleiterin der Primarvereiningung des Pfahles Stuttgart.

Der Herr hat uns mit vier Kindern und bisher fünf Enkelsöhnen gesegnet und wir haben mit unseren Kindern sehr viel Freude und auch viel Leid erfahren. Unsere Tochter Ulrike wohnt zu unserer Freude mit ihrem Mann Andreas, Gymnasiallehrer, und ihren drei Söhnen Oskar (16), Leoz (14) Tim (10) in dem Haus neben uns und es war für uns eine große Freude, nach den Jahren in der Gebietspräsidentschaft von Frankfurt wieder nach Wien zurückzukehren, in eine Gemeinde, in der unser Sohn Helmut, Konzertmanager, als Bischof dient. Auch seine Familie, mit Julia seiner Frau und seinen Söhnen Samuel (6) und Benjamin (3), wohnen in unmittelbarer Nähe. Der Präsident des Schweizer Tempels sagte zu uns, als unsere Ehe gesiegelt wurde: “Sie werden sehen, die größte Freude in Ihrem Leben wird sein, die Glaubenstreue ihrer Kinder und Kindeskinder zu erleben“. Eine wahre Prophezeiung: Wir haben diese Freude verspürt, aber auch das Leid erfahren durch den Herztod unseres wundervollen Sohnes Georg und durch die Abkehr vom Evangelium unseres geliebten erstgeborenen Sohnes Michael.

Die Kirche wird wachsen, wenn die Mitglieder glücklicher werden

Einige Monate bevor der Pfahl Wien gegründet wurde, hatte ich einen Traum. Gibt es eigentlich ein „himmlisches Burgtheater“, in dem Träume und Visionen hergestellt werden? In diesem Traum gab mir Ezra T. Benson. einen Segen mit der Verheißung: „Die Kirche wird wachsen, wenn die Mitglieder glücklicher werden“. Einige Monate danach erfuhr ich, dass Ezra T. Benson, zu dieser Zeit Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, nach Wien kommen wird, um den Pfahl Wien, den ersten Pfahl in Österreich zu gründen. In meiner Einsetzung als Pfahlpräsident, war seine Botschaft dieselbe wie die im Traum, nur mit mehr Worten.

Auf unsere Frage wie die Mitglieder glücklicher werden können, gaben uns Propheten die Antwort. George Albert Smith: „Ihr Glück ist so groß wie Ihre Nächstenliebe, so groß wie das Maß der Liebe, das Sie den Menschen erweisen, mit denen Sie es hier auf Erden zu tun haben.“ Und Ezra Taft Benson: „Vor allen anderen Menschen glücklich, reich und gesegnet zu nennen ist der, dessen Leben am meisten dem des Gesalbten des Herrn, nämlich Jesus Christus, ähnelt.“ Das wurde die Hauptzielsetzung in unserer Arbeit für den Pfahl Wien Österreich. Wir begriffen, dass die Menschen zu lieben bedeutet unseren Hang zum Egoismus aufzugeben, der unser Herz verhärtet und den Verstand verdunkelt. Es bedeutet, dass wir die Philosophie des Eigennutzes aufzugeben haben, die die Ursache des meisten Unglücks ist, das unter den Menschen existiert, die darin besteht nach Macht, Gewinn und Vorteil auf Kosten anderer zu trachten. Und wir begriffen, dass die wirkliche Liebe Christi unabhängig ist vom Verhalten anderer. Sie stellt keine Reaktion dar, sondern sie ist eine Aktion, eine freie Entscheidung, die wir treffen, in unserem Versuch Christus nachzufolgen.

Als Präsident des Frankfurt Tempels habe ich erfahren, dass der Tempel die Universität Gottes ist um diese Liebe zu lernen. Hier, im Hause des Herrn, werden wir buchstäblich mit “Kraft aus der Höhe“ (“Power from On High“) ausgerüstet, d.h. mit der Kraft alles zu überwinden, was auch immer auf uns zukommen mag. Wie Joseph Smith in Kirtland erklärte: “Brüder, Sie brauchen ein Endowment damit sie vorbereitet und fähig sind, alles zu überwinden.“ Und in Nauvoo schrieb er nach den ersten Endowments in sein Tagebuch, dass diese gegeben wurden: “Um uns die Fülle jener Segnungen zu sichern, die für die Kirche des Erstgeborenen vorbereitet wurden: emporzusteigen und in der Gegenwart Elohims in den ewigen Welten zu wohnen.“

Die Freiheit – ein Geschenk Gottes

Wir in Österreich haben viel den Vereinigten Staaten zu verdanken! Ohne die Vereinigten Staaten wäre Hitler nicht besiegt worden, Österreich hätte nicht den Staatsvertag erhalten und unsere Kirche in Österreich nicht die staatliche Anerkennung. Die Grundsätze der Freiheit, die in der Verfassung der Vereinigten Staaten verankert sind, “gehören der ganzen Menschheit an“ (LuB 98), das heißt, dass sich von dort diese Grundsätze über die ganze Erde ausbreiten sollen. Doch wie? Mit “Blut und Schrecken“, als Diktat der Mächtigen? Ich lernte zu begreifen, dass Friede, Freiheit und Demokratie einem Volk nicht diktiert, nicht aufgezwungen werden können, diese müssen aus den Herzen der Menschen kommen.

Doch wer von den Mitgliedern der Kirche kennt schon diese Verfassung die durch Gott in Vorbereitung auf das Kommen Christi gegeben wurde? Ich habe erfahren, dass man diese mit der Laterne suchen muss. Wenn man die Verfassung nicht kennt, dann nimmt man auch nicht wahr, wie die Gott gegebenen Grundsätze dieser Verfassung von korrupten Politikern, Richtern, Medien immer mehr ausgehöhlt werden, und zu einem Verlust der Gott gegebenen Freiheit führen wird, so wie es zur Zeit der Nazi Diktatur in Deutschland der Fall war. Unpolitische oder politisch naive Mormonen widersprechen total meiner Vorstellung vom Evangelium Jesu Christi.

Wir in Österreich haben erfahren, dass Freiheit ein Geschenk Gottes ist, dass sie kostbar ist wie das Leben selbst. Und dass Freiheit ohne Verantwortung zum Verlust der Freiheit führt.

Ezra Taft Benson, vormaliger Präsident der Kirche Jesu Christi, der als Apostel im Kabinett von Dwight D. Eisenhower als Landwirtschaftsminister gedient hatte, hat bei der Gründung des Pfahles Wien uns ermutigt Verantwortung zu übernehmen und uns für die unveräußerlichen Rechte der Freiheit einzusetzen (“To stand up for freedom“). Ich kann mich, bei anderer Gelegenheit, an sein Statement erinnern: “Der Streit im Himmel, tobt nun hier auf Erden – wollt ihr euch neutralisieren lassen“. Ich sah auch auf seinem Schreibtisch den Spruch des britischen Staatsmannes Edmund Burke. “Die einzige Voraussetzung für den Triumph des Bösen ist, dass gute Menschen nichts tun.“ Das alles hat mich in meinem Denken und Handeln sehr beeinflusst.

Ich bin davon überzeugt, dass wie es John Taylor formulierte: „Neben dem Lehren des Evangeliums wir noch eine andere Mission zu erfüllen haben, nämlich die Entscheidungsfreiheit des Menschen zu bewahren und die Freiheit und freie Wahl des Menschen zu sichern„ („Besides the preaching of the gospel, we have another mission, namely, the perpetuation of the free agency of man and the maintenance of liberty, freedom, and the rights of man.“)

Der Fall der Berliner Mauer und das Ende des Kommunismus, das sicher nicht zufällig während der Präsidentschaft von Ezra Taft Benson stattfand, haben mich gelehrt, dass Gott alle Macht hat, die Weltgeschichte zu einem triumphalen Ende zu führen.

Es ist nicht durch Zufall geschehen

Im Mai 1985 fand eine Regionalkonferenz in Salzburg statt, an der Präsident Thomas S. Monson präsidierte. Am Samstag erklärte er in der Führerschaftsversammlung, dass Pfahlpräsidenten um die 9 Jahre dienen, und Bischöfe um die 3-5 Jahre. Am Sonntagvormittag, als ich der Salzach entlang ging, machte ich für meine restliche Zeit als Pfahlpräsident revolutionäre Pläne, und nach einer halben Stunde wurde ich entlassen. Ich wurde als Regionalrepräsentant berufen, und eine der Regionen waren die östlichen, kommunistischen Länder, die Länder des Ostblocks, wie unkundige Menschen diese so grundverschiedenen Länder nannten. Damals gab es in diesen Ländern nur drei Missionsehepaare, eines in Polen, eines in Kroatien und eines in Serbien. In nur zwanzig Jahren sind daraus neunzehn Missionen entstanden. Diese Länder waren ein Teil der Österreich Wien Mission, in der Spencer J. Condie als Missionspräsident diente, und als wir die Genehmigung für die ersten Vollzeitmissionare für diese Länder erhielten, wurde die Mission geteilt und Dennis B. Neuenschwander als Missionspräsident der Austria Vienna East Mission berufen. November 1989 kam es dann zum Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kommunismus, ohne größeres Blutvergießen.

Welch ein Wunder! Ich bin in Wien geboren und aufgewachsen, wir waren nur eine halbe Stunde vom Eisernen Vorhang entfernt, im Norden die kommunistische Tschechoslowakei, im Osten Ungarn, im Süden Jugoslawien. Ich habe mir nie gedacht, dass der Kommunismus jemals ohne einen neuen Weltkrieg und großes Blutvergießen überwunden wird. Und dann war es vorbei: über Nacht. Ein großes Wunder, das da vor unseren Augen geschehen ist.

Und doch: es ist nicht durch Zufall geschehen, sondern es war das Ergebnis von gläubigem Gebet und mutigen Taten auf kirchlicher und politischer Ebene. Präsident Kimball hat die Mitglieder gebeten, dafür zu beten, dass sich die Grenzen dieser Länder öffnen, und wir uns darauf vorbereiten in diese Länder zu gehen. Es folgte Präsident Monsons Verheißung in Görlitz, die Wiederweihung des Landes und der Bau des Freiberg Tempels auf kirchlicher Ebene, so wie die CSCE Verhandlungen in Helsinki und Folgekonferenzen auf politischer Ebene. Lynn Hansen, Botschafter der US, der vor wenigen Jahren auch als Missionspräsident in der Hamburg Mission diente, hat in einer überaus eindrucksvollen Präsentation “Europe: Miracle after Miracle“ diese Entwicklung aufgezeigt.

Elder Henry B. Eyring hat mich in Moskau als Siebziger ordiniert. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal in Moskau als Siebziger ordiniert werde. Aber in diesen Jahren, und insbesondere in den beiden Jahren in der Gebietspräsidentschaft habe ich viele Wunder erlebt, Früchte und Gaben des Geistes, die bestätigt haben, dass die Botschaft, die die Missionare mir gebracht hatten: “Wir haben eine Botschaft für Sie von Gott“, dass diese Botschaft wirklich von Gott war.

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How I Came to a Conviction of the Existence of God,
and How This Conviction Has Grown Within Me

The Heavens Declare the Glory of God

When our four children were small, we spent a summer in an alpine cabin in Styria. One night, I lay on a meadow before the house and gazed into heaven in its splendor and immensity. The words of Immanuel Kant came into my mind: “Two things fill me with wonder and awe—the moral law within me and the radiant stars above me.” However, in view of the immensity of the heaven above me, fifteen billion light years to the edge of the universe known to us, I asked myself how the God of heaven can hear my prayers. The Psalmist must have had similar feelings: “When I consider your heavens, the work of your fingers, the moon and the stars, which you have set in place, what is man that you are mindful of him, the son of man that you care for him?” (Psalm 8:3-4). And that is the miracle, that God, despite “worlds without number,” knows and loves each of us personally. If we could look into the 1028 atoms of our bodies, and could penetrate into those atoms with the nuclei, electrons, protons, neutrons, quarks, and strings, the very same immensity would fill us with reverence and astonishment and would testify to us that Man stands in the middle of these worlds, that the entirety of creation is focused upon him: “You made him a little lower than God, and crowned him with glory and honor. You made him ruler over the works of your hands; you put everything under his feet” (Psalm 8:5-6).

Hitler in Vienna: The Horror of the Second World War

Hitler in Vienna. I was three years old at the time, but I can still remember how Hitler, standing in his open Volkwagen, raised his hand in the “German greeting” and traveled in the direction of Heroes’ Square in order to announce the entry of Austria into the German Reich. He was enthusiastically received by a vast crowd, but a much larger one had not gathered: The day before the invasion, the SS had landed in Vienna and, assault-style, arrested something on the order of a hundred thousand Austrians—all those who would, perhaps, have protested against the invasion.

Hope for relief from the unemployment that had resulted from the Treaty of Versailles and had been exacerbated by “Black Friday” on Wall Street—in the building in which my parents lived, my father was the only one who had work— accounts for the enthusiasm of many Austrians for Hitler’s invasion. So, too, does their fear of Communism (in the face of which Hitler portrayed himself as a savior) and the support of Hitler in the media and by banks and heavy industry. So, too, does the disunity among the democratic parties—and in Austria, specifically, the suppression of Parliament and of the opposition by Federal Chancellor Engelbert Dollfuß. From this day forward, though, it was forbidden even to speak the word Austria, lest one be sent to a concentration camp. My father’s brother, Heinrich, who managed the family estate in Czechoslovakia, was obliged to enlist for the Russian front. Whenever he visited my father on home leave, the two would generally draw off apart after the evening meal and speak in whispers. Naturally, that awakened my curiosity, and I tried, as much as possible, to hear what my uncle had to say to my father about the war. It was terrifying, and to publicly express it would have constituted “subversion of the war effort” [Wehrkraftersetzung] and meant certain death.

When the bomb attacks came, my mother and I were evacuated from Vienna to Tracht, in today’s Czech Republic, to my mother’s sister, who had married there. As the Russian front drew nearer, we fled, with her and her three children, toward the American front. In a covered wagon drawn by oxen, rather like the pioneers, but with the difference that our journey occurred early in the year and was much shorter (only about two hundred and fifty kilometers), and that, during our flight, we were being shot at by low-flying American aircraft. When we saw these strafing airplanes coming, firing upon the refugees (who were mostly just women and children), we cast ourselves into a roadside ditch, which probably saved our lives. And I came to understand that war crimes aren’t committed only by the losers.

After the war, my mother and I lived in a bomb-damaged house that was missing the wall facing the street. We lived as if we were on a theatrical stage, until we finally returned to Vienna and, to our joy, were reunited with my father, from whom we had had no sign of life for several months.

Austria had been liberated, but it wasn’t free. In the Moscow Declaration, the four foreign ministers of the great powers affirmed that Germany’s occupation of Austria on 13 March 1938 was null and void, and that, following the victory over Hitler’s Germany, a free and independent Austria should be re-established. But the allies of the Second World War became the opponents of the Cold War, and the neighboring countries became Communist “people’s democracies”: Hungary in 1947, Czechoslovakia in 1948—and, in that same year, Soviet occupation forces blocked the approaches to West Berlin and the partition of Germany began. There was considerable danger that Austria could suffer a similar fate. Nevertheless, after many disappointments and setbacks and hundreds of negotiations, a miracle occurred, and Leopold Figl, the foreign minister (and, prior to that, the first chancellor of a democratic Austria), was able to declare to the Austrians on 15 May 1955, “With gratitude to the Almighty, we have signed the treaty, and, with joy, we announce today that Austria is free!”

In Quest of Truth

The treaty gave Austria, which was occupied by the four allied powers, its full sovereignty and freedom. That encouraged the Hungarians to free themselves from Communist domination. And so, commencing with student protests, their efforts culminated in October 1956 in the heroic battle for freedom of the Hungarian people . . . that was then run over by Soviet tanks. I was deeply shocked by the fact that nobody stood with them in their struggle for freedom, despite all of the political assurances of Western propaganda.

Thus, the Hungarian battle for liberty became a pivotal experience for me, which impelled me to search for truth. I began to read in the New Testament, and was very taken by the words of Jesus Christ. These words were new to me, since I had grown up without any instruction about the Gospel. I had never heard anything about our Heavenly Father, and only distorted things about our Redeemer. Nonetheless, a very strong and distinct sense of the existence of an invisible spiritual being had developed within me from the time I was a small child—a being who takes personal interest in me, like a loving father, and understands me in everything. This being was, for me, something very real, and an actual person, someone with whom I had discussed all of my childish sorrows and needs. Gradually, though, I had lost this feeling, which had made me very happy, and during my university years I retained only a much more abstract concept of God—until, in the year 1958, two missionaries knocked on my door: “I have a message for you from God.” I invited them to come in, and was surprised at myself for doing so, because I actually had no interest in any church or religion. The “message from God” was the message of the restoration of the Gospel of Jesus Christ through the Prophet Joseph Smith. The missionaries told me a great deal about Joseph Smith, from the First Vision to his death as a martyr. That someone was prepared to give his life for the truth rather than to demand the life of others touched my heart. Later, I read in the Doctrine and Covenants that the martyrdom of Joseph Smith and of his brother Hyrum “is an ambassador for the religion of Jesus Christ, that will touch the hearts of honest men among all nations” (Doctrine and Covenants 135:7). It touched my heart, and it became clear to me that this message of the Restoration was either the most important message of our time . . . or an enormous lie. In order to find out which, I read the Book of Mormon, prayed, and learned through the power of the Holy Ghost that it is no fabrication, and that Joseph Smith really is the prophet of the restoration of the Church of Jesus Christ that is prophesied in the New Testament. I felt great joy, and great peace. I had no more questions about whether Joseph Smith was a prophet. And so, more than fifty years ago, on 30 November 1958, I joined the Church.

God is an Exalted Man

The truth of this message has been confirmed in my life during these more than fifty years through many experiences, signs, and wonders. And my knowledge of the nature of God grew. How thankful I was for the Prophet Joseph Smith and the great experience that he had when he withdrew for the first time in order to pray vocally. In the account in the Pearl of Great Price, it says, “When the light rested upon me I saw two Personages, whose brightness and glory defy all description, standing above me in the air. One of them spake unto me, calling me by name and said, pointing to the other, This is My Beloved Son. Hear Him!” After all the incomprehensible notions of God in that time, the young Joseph Smith, when he returned to his mother, knew more about the nature of God and about the divinity of Jesus Christ than all of those who expressed their uninspired opinions on the subject. He knew from personal experience that “God . . . is an exalted man, and sits enthroned in yonder heavens! . . . If the veil were rent today, and the great God who holds this world in its orbit, and who upholds all worlds and all things by his power, was to make himself visible,—I say, if you were to see him today, you would see him like a man in form—like yourselves in all the person, image, and very form as a man” (King Follett Discourse).

I have learned through experience that faith in God brings peace to the soul, that the awareness that one is a child of God gives us self-respect, a prerequisite for making the right decisions in difficult times, and that faith in God helps us “to face trouble with courage, disappointment with cheerfulness, and trial with humility” (Thomas S. Monson, current president of the Church).
I have learned that the atonement of Jesus Christ, this expression of love that exceeds our human capacity to comprehend, touches the heart and alters the course of the world.

Indeed, I have learned in my life that “Happy the person who has truly sensed the uplifting transforming power that comes from this nearness to the Savior . . . What you sincerely in your heart think of Christ will determine what you are, will largely determine what your acts will be. No person can study this divine personality, can accept his teachings without becoming conscious of an uplifting and refining influence within himself” (David O. McKay, president of the Church at the time I joined the Church).

The Significance of the Vienna Burgtheater in My Life

Of the former world of the Hapsburg Empire, so large that the sun never set upon it, only the global repertoire of the Vienna Burgtheater remains. In 1976, like the United States of America, the Burgtheater celebrated its two-hundredth anniversary. Its founder, Joseph II, was a son of the Enlightenment and saw in the Burgtheater a school for the education of the multilingual peoples of the Hapsburg Empire. Men and women coming from peoples who, in their mentalities, represented different centuries, indeed different millennia, from all the religions of Europe, would be invited, through the play upon the stage, to come to an understanding upon the stage of life—in the common language of humanity. Thus, the Vienna Burgtheater became, it is fair to say, the most significant theater dedicated to the dramatic literature of the world, with the largest resident ensemble of actors (over one hundred and fifty of them) and a repertoire, available on demand at any given time, of between twenty and thirty productions.

For many great Austrians (as well as for Teddy Kollek, the first mayor of a united Jerusalem, who was born in Vienna), the Burgtheater became a venue for education and enlightenment, a place where truth was found, in which one strove to advance the good instincts of humanity rather than to gratify the bad ones. Count Richard Coudenhove-Kalergi, originator of the idea of Pan-Europa, writes in his memoirs, “We were often sent to the Burgtheater to presentations of the classics. The paedagogical effect was superb. No moralizing sermon can have so powerful an influence on a young mind as a classical drama, which is moral in the highest sense of the word. For it portrays the struggle of the human of the higher nature, the hero, with fate and environment, and awakens the yearning to die with honor rather than live in meanness.” I too spent many hours, from my childhood on, in the standing-room-only areas of the Vienna Burgtheater. And I can say that the great classical literature of the theater, brought to life in productions at the Burgtheater, prepared me for the message of the Gospel.

God, the “Theatrical Director” of My Life

As I’ve said, the Hungarian struggle for freedom became a pivotal experience that would change my entire life. From that point forward, I began, very deliberately, to search for the truth. I gave up the study of architecture and began to study drama, literature, and art history in the philosophical faculty of the University of Vienna—which was a shock to my parents (one that I can understand a bit better today). In order to finance my studies, I worked in an architectural office, and I finished them in the shortest possible time.

I then began to work on a dissertation on Heinz Hilpert, the successor to Max Reinhardt at the Deutsches Theater in Berlin and Vienna. I applied and was invited to take part as a volunteer in two of his productions at the Deutsches Theater in Göttingen. The day before rehearsals began, however, I became ill: strep (or purulent) tonsillitis with a high fever. The branch president, whom I sought out for a healing blessing, said that he could not give one without a second priesthood holder. I was a new member of the Church at the time, and thought to myself that, even if I told him that he could actually give me a blessing alone, he would do it without faith. Thus, it would surely be better for me to go forward, trusting in the Lord. As I went out of the gate of the house, I saw two missionaries out on the street, coming toward me on their bicycles. I jumped into the street: “I’m sick and need a blessing!” So they gave me a blessing on the steps of the house I had just left. On the next day, I was healthy. And I participated in the rehearsals.

At this time, Carl Zuckmayer, a famous German dramatist who had also written Der Hauptmann von Köpenick (“The Captain of Köpenick”), finished a new piece about the postwar period bearing the symbolic title Die Uhr schlägt eins (“The Clock Strikes One”). The Vienna Burgtheater was absolutely determined to host the premiere, and Zuckmayer wanted Heinz Hilpert, with whom I had just volunteered, as the premiere’s producer. Somehow, it was just obvious that he should take me with him to the Burgtheater as his production assistant. And there I stayed. A quarter of a century. First as production assistant, then as representative of the ensemble in the directorate, and, finally, for many years as Secretary General of the Burgtheater with responsibility for taking care of the ensemble of the Burgtheater and for the artistic planning of roughly two hundred dramas of the classical, contemporary, and Austrian theater.

To have spent a quarter of a century of my professional life at this theater was the fulfillment of a dream. On the other hand, the downfall of this theater, which led to my departure, became my life’s nightmare.

“Young Men Will See Visions”

During the time that Ezra Taft Benson presided over Europe, the first big young adult conference, “Echo of Joy” (German: Freud Echo), was held in Frankfurt, with the motto “Young Men Will See Visions.” I saw a vision there, and I married it half a year later: Ursula Tischhauser, from Esslingen, a bank employee and the leader of the Primary Association for the Stuttgart Stake.

The Lord has blessed us with four children and, to this point, five grandsons, and we have experienced a great deal of joy and also much pain with our children. To our joy, our daughter, Ulrike (along with her husband, Andreas, a secondary school teacher; and their three sons, Oskar, sixteen; Leoz, fourteen; and Tim, ten), lives in the house next to ours. And it was a great joy for us, returning again from Vienna to Frankfurt after the years in the area presidency, to be in a ward in which our son Helmut serves as bishop. His family, too (including his wife, Julia, and his sons Samuel [six] and Benjamin [three]), lives in our immediate neighborhood. The president of the Swiss Temple, when our marriage was sealed there, said to us, “You will see that the greatest joy in your life will be to experience the faithfulness of your children, and of your children’s children.” A true prophecy. We have felt this joy, but we have also experienced pain through the death of our wonderful son Georg from a heart attack and through the estrangement from the Gospel of our beloved firstborn son, Michael.

The Church Will Grow When the Members are Happier

A few months before the Vienna Stake was founded, I had a dream. (Is there actually a “heavenly Burgtheater,” in which dreams and visions are produced?) In this dream, Ezra Taft Benson gave me a blessing, with the promise that “The Church will grow when the members are happier.” A few months later, I learned that Ezra Taft Benson, who was the president of the Quorum of the Twelve Apostles at the time, was coming to Vienna to found the first stake in Austria. When I was set apart as stake president, his message was the same as that in the dream—only with more words.

Prophets have given us the answer to our question as to how the members can be happier. George Albert Smith: “Your happiness will be as great as your love of your neighbor, as great as the measure of the love that you show to the people with whom you interact here on the earth.” And Ezra Taft Benson: “Above all other people, the one who can be called happy, rich, and blessed is he whose life most closely resembles that of the anointed of the Lord, namely Jesus Christ.” That became the main goal in our work for the Vienna Austria Stake. We grasped the fact that loving people meant to surrender our propensity to egotism, which hardens our hearts and darkens our understanding. It means that we have given up the philosophy of selfishness that is the cause of most of the unhappiness that exists among humankind, which consists of seeking power, profit, and advantage at the expense of others. And we understood that the true love of Christ is independent of the behavior of others. It is not a reaction, but an action, a free decision that we make in our attempt to follow Christ.

As president of the Frankfurt Temple, I learned by experience that the temple is God’s university for learning this love. Here, in the House of the Lord, we are literally equipped with power from on high—that is, with the power to overcome whatever may befall us. As Joseph Smith explained in Kirtland, “You need an endowment, brethren, in order that you may be prepared and able to overcome all things.” And, in Nauvoo, after the first endowments, he wrote in his journal that these had been given “to secure the fullness of those blessings which have been prepared for the Church of the Firstborn, [in order to] come up and abide in the presence of the Elohim in the eternal worlds.”

Freedom: A Gift of God

We in Austria owe a great deal to the United States! Without the United States, Hitler would not have been defeated, Austria would not have been the beneficiary of the international treaty of 1955, and our church would not have received government recognition. The principles of freedom that are anchored in the Constitution of the United States “belong to all mankind” (Doctrine and Covenants 98), which means that, from there, these principles should spread over the entire earth. But how? With “blood and horror,” at the dictation of the powerful? I began to comprehend that peace, freedom, and democracy cannot be dictated to a people nor forced upon them, but must emerge from the hearts of human beings.

But who, among the members of the Church, knows this constitution, which was given by God in preparation for the coming of Christ? I have learned by experience that one has to seek them out with a lantern. If one does not know this constitution, one will not perceive how the God-given principles of this constitution are being increasingly undermined by corrupt politicians, judges, and media, which will lead to the loss of our God-given freedom just as it happened at the time of the Nazi dictatorship in Germany. Non-political or politically naïve Mormons completely contradict my conception of the Gospel of Jesus Christ. We in Austria have learned through our experience that freedom is a gift of God, and that it is as precious as life itself. And that freedom without responsibility leads to the loss of freedom.

Ezra Taft Benson, the former president of the Church of Jesus Christ, who had served while an apostle as Secretary of Agriculture in the cabinet of Dwight D. Eisenhower, encouraged us at the founding of the Vienna Stake to assume responsibility and to commit ourselves to the inalienable rights of liberty (“to stand up for freedom”). I recall a statement of his from another occasion: “The war in heaven is now being continued here on earth; will you permit yourself to be neutralized?” I also saw, on his writing desk, the saying of the British statesman Edmund Burke: “The only thing required for the triumph of evil is that good men do nothing.” All of this influenced me very much in my thought and action.

I am convinced that, as John Taylor expressed it, “Besides the preaching of the Gospel, we have another mission, namely, the perpetuation of the free agency of man and the maintenance of liberty, freedom, and the rights of man.”

The fall of the Berlin Wall and the end of Communism, which surely did not occur by mere coincidence during the presidency of Ezra Taft Benson, taught me that God has all power to guide world history to a triumphant conclusion.

It Did Not Happen by Chance

In May 1985, a regional conference was held in Salzburg at which President Thomas S. Monson presided. On Saturday, in a leadership meeting, he explained that stake presidents would serve for roughly nine years, and bishops for roughly three-to-five years. In the forenoon on Sunday, as I walked along the Salzach River, I made revolutionary plans for my remaining time as stake president . . . and, half an hour later, I was released. I was called as a regional representative of the Twelve, and one of the regions was that of the eastern, communist nations—the lands of the eastern bloc, as laymen termed these widely varied lands. At that time, in these countries, there were only three senior missionary couples: one in Poland, one in Croatia, and one in Serbia. Now, in the space of only twenty years, nineteen missions have emerged where these three couples were serving. These countries were a part of the Austria Vienna Mission, in which Spencer J. Condie served as mission president, and as we received permission for the first fulltime missionaries for these countries, the mission was divided and Dennis B. Neuenschwander was called as president of the Austria Vienna East Mission. In November 1989 came the fall of the Berlin Wall and the end of Communism, without greater bloodshed.

What a miracle! I was born and raised in Vienna. We were only half an hour removed from the Iron Curtain—in the north, communist Czechoslovakia; in the east, Hungary; in the south Yugoslavia. I never imagined that Communism would ever be vanquished without a new world war and great loss of blood. And then it was gone. Overnight. A great miracle that occurred right before our eyes.

And yet it didn’t occur by chance. Rather, it was the result of faithful prayer and courageous deeds on the ecclesiastical and political planes. President Kimball implored the members to pray that the borders of these countries would be opened and that we would prepare ourselves to enter them. There followed President Monson’s promise in Görlitz, the rededication of the country, and the building of the Freiberg Temple, on the ecclesiastical plane, as well as the Helsinki negotiations of the Conference on Security and Cooperation in Europe and follow-up conferences on the political plane. Lynn Hansen, ambassador of the United States, who also served as president of the Hamburg Mission a few years ago, has laid these developments out in an extraordinarily impressive presentation entitled “Europe: Miracle after Miracle.”

Elder Henry B. Eyring ordained me a Seventy in Moscow. I could never have dreamed that I would someday be ordained a Seventy in Moscow. But in these years, and particularly in the two years of my service in the area presidency, I have experienced many miracles, fruits and gifts of the Spirit, that have confirmed that the message that the missionaries first brought to me—“We have a message for you from God”—was, genuinely, from God.

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Johann A. Wondra was educated in Austria and received a doctorate from the University of Vienna. Beginning in 1961, he worked at the “Wiener Burgtheater,” the Austrian National Theatre for dramatic world literature, first as Assistant Director, later on the Board of Directors, and after 1975 as Secretary General, responsible for the ensemble and artistic planning. He has been invited for several lectures on theatre and art in Europe and in the U.S.A. and is now retired. He has been honored by the Austrian government with the Distinguished (or Gold) Medal of Merit for service to the Republic of Austria (das Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich) and with the Cross of Honor for Art and Science, First Class.

He has served in various Church callings, including as first president of the Vienna Austria Stake; Regional Representative; president of the Frankfurt Temple; mission president of the Austria Vienna South Mission, which covered the countries of former Yugoslavia; and eleven years as an Area Seventy in the Europe East Area and Europe Central Area, including two years of service as first and second Counselor in the Area Presidency and Europe Area. After his release as an Area Seventy, effective April 30, 2010, he was called with Sister Wondra as a service missionary, responsible for the establishment of the Church in Bosnia-Herzegovina, Montenegro, Kosovo, and Macedonia.

Brother Wondra was born in Vienna, Austria and married Ursula Tischhauser, who was born in Esslingen, Germany. They are the parents of four children and reside in Vienna, Austria.

Translated by Daniel C. Peterson
Posted October 2010